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Klimakrise und internationale Verantwortung: eine Delegationsreise in die indisch-pazifische Region

Für viele Menschen auf der Erde ist der Klimawandel längst Realität. Sie leiden unter schweren Überschwemmungen oder Trockenheit, die Ernteverluste und Zerstörung hervorrufen. Einige der Staaten, die mit am meisten davon betroffen sind, liegen in der indisch-pazifischen Region.

Der ansteigende Meeresspiegel hat zur Folge, dass auf vielen Inseln im Pazifik Flächen versalzen, die für die Landwirtschaft genutzt werden und Fischgründe ausdünnen. Bedroht sind hiervon die lokale Landwirtschaft und Fischerei. Die Lage der Inseleinwohner*innen erschweren zudem extreme Wetterlagen wie der heftige Zyklon „Winston“, der 2016 auf Fidschi ca. 55.000 Menschen obdachlos machte. Das Auftreten derartiger Wetterlagen wird durch die sich verändernden klimatischen Bedingungen begünstigt. Kiribati gehört zu jenen Inselstaaten, die in ihrer gesamten Existenz bedroht sind.

In Bangladesch befinden sich 30 Prozent des bebaubaren Landes in einer von Überflutungen gefährdeten Küstenregion, die 35 Millionen Menschen beheimatet.

Prominent vertreten war die Region 2017 auf der Weltklimakonferenz in Bonn, die unter Fidschis Vorsitz stattfand und die praktischen Konsequenzen des Klimaschutz-Abkommen von Paris zur Tagesordnung hatte. In der Folgen etablierte sich der sogenannte Talanoa-Dialog, der ein besonderes Forum für die Belange der pazifischen Inselstaaten darstellt.

Um sich ein Bild von der Lage und den politischen Entwicklungen zu machen, bricht Frithjof Schmidt auf zu einer 15-tägigen Reise (22.02.19 – 08.03.19), die ihn nach Bangladesch, Kiribati und Fidschi führt. Er ist Teil einer Delegation, die die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth  anführt und Prof. Dr. Matthias Zimmer von der CDU/CSU-Fraktion vervollständigt.

In den verschiedenen Ländern trifft sich die Delegation mit Vertreter*innen aus Parlamenten und Regierung, Kirchen und lokalen Nichtregierungsorganisationen. Es wird in den Gesprächen vor allem darum gehen, wie Umsiedlungen und andere Maßnahmen finanziert, wie eine frühzeitige und selbstbestimmte Migration ermöglicht werden können und welche völkerrechtliche Antwort wir als internationale Gemeinschaft auf den drohenden Untergang ganzer Staatsgebiete geben wollen. Auf klimabedingte Migration, Flucht und Vertreibung ist das internationale Recht aktuell kaum ausgelegt. Hier entschlossen zu handeln und einen politischen Rahmen zu setzen – darauf wird es, neben der konsequenten Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, in den nächsten Jahren ankommen. Deutschland und der Europäischen Union kommt dabei als Hauptverursacher der Klimakrise zentrale Verantwortung zu.

Über die Ergebnisse der Reise berichten wir in einem 2. Teil.

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